Wir haben schon oft von Bräuten gehört, die DIY Elemente in ihre Hochzeit miteingebaut haben. Doch bei Alexandra und Wilco wurden unsere Vorstellungen von einer DIY-Hochzeit komplett übertroffen. Ihr dachtet, ihr hättet viele DIYs? Dann wird euch der folgende Artikel über die DIY-Scheunenhochzeit sicherlich überraschen! (Wartet folgenden Artikel ab!) 😊

Aber kommen wir erst einmal zu den beiden Hauptpersonen: Alex und Wilco. Die Zwei haben sich – ganz klassisch – beim Feiern kennengelernt. Die Frage aller Fragen stellte Wilco dann zu Hause in trauter Zweisamkeit, einen Tag vor Heilig Abend. So konnten die Beiden an Weihnachten die ganze Familie einweihen.

Die standesamtliche und freie Trauung

Die standesamtliche Trauung fand kurze Zeit später am 01.06.2018 im kleinen Kreis in einem alten Vierkantenhof statt. Danach wurde im Garten, unter einem Pavillon gefeiert, da es den ganzen Tag in Strömen geregnet hat. Es war kühl und nass, aber trotzdem ein wundervoller Tag zusammen mit den wichtigsten Menschen in ihrem Leben. Für die standesamtliche Trauung hat sie übrigens viel länger mit ihrem Outfit gehadert und ständig andere Vorstellungen gehabt, als bei dem, das sie für die freie Trauung wählte. Sowas hört man auch nicht oft, oder? Am Ende wurde es ein wallender Tüllrock. Wie bei den meisten Bräuten, hatte Alexandra an diesem Tag nicht so hohe Erwartungen oder einen Plan -ganz anders lief das jedoch bei der freien Trauung. Und zu dieser kommen wir jetzt. 😊

Sie fand am 09.06.2018 in Aachen statt. Die zwei haben also in ca. 5 Monaten alles auf die Beine gestellt. Dafür gehört ihnen eigentlich ein Abzeichen verliehen! Die Trauung fand bei einer alten Burg statt und gefeiert wurde zum einen draußen und zum anderen in der Scheune. Zu ihrem Glück hatten sie traumhaftes Wetter. Sie haben auch ihre Feier nach der Location benannt: „Scheunenhochzeit“. Es war eine Mischung aus Boho, rustikal, blumig, wild… Alexandra und Wilco lieben den Look von alten Dingen, wie man ihn in Häusern, Möbel und Deko wiederfindet. Sie waren sich auch von Anfang an einig, dass nur eine Scheune zum Feiern in Frage kommt.

Als wir Alexandra fragen, wer sie gestylt hat, antwortet sie: „Achja… das haben wir auch selbst gemacht.“ Geschminkt hat sie sich selbst, ihre Trauzeugin hat ihr noch einfache Locken gedreht und diese mit einem blumigen Haarkränzchen gekrönt und fertig war der Brautlook. Hut ab! Alexandra wollte ihre Haare übrigens an der Hochzeit lang haben, doch schon kurz nach der Hochzeit kam alles wieder ab! 😊

Was fehlt denn jetzt noch, wenn man an eine Braut denkt? Genau! Der Traum in Weiß. Und ihren persönlichen Traum hat sie tatsächlich (Trommelwirbel…) aus dem Internet: von Ivy&Oak. Da soll doch noch einmal einer sagen, Brautkleider aus dem Netz taugen nichts. Diese mutige Braut hier beweist euch das Gegenteil! Sie wollte von Anfang an kein besonders teures Kleid, da sie der Meinung ist, dass das unverhältnismäßig ist für nur einen Tag im Leben. „Ich war so aufgeregt nach dem Antrag, dass ich einen Tag später einfach mal ein paar Teile online bestellt habe, mehr aus Neugierde. Als die Kleider ankamen, habe ich meine Trauzeugin und meine Mutter eingeladen und wir haben im Wohnzimmer eine Anprobe gestartet. Es war das letzte von drei Kleidern, das die beiden anderen direkt favorisiert hatten. Als ich mich selbst darin sah, wusste ich einfach, dass dies mein Kleid ist.“berichtet uns Alex. Danach musste es nur noch zu ihrer Schneiderin für den letzten Schliff. Es war genau ihr Stil und sie hat sich darin direkt wohl gefühlt.

Do it yourself!

Nun kommen wir zu den Hochzeitsvorbereitungen. 😊 Wie bereits erwähnt, haben die zwei so gut wie alles selbst gemacht. Alexandra ist hauptberuflich selbst Eventplanerin. Für sie war die Hochzeitsplanung ein Traumprojekt, da sie für dieses Event anders als bei der Arbeit, auch ihre Leidenschaft, das kreative Gestalten, einfließen lassen konnte. Ein paar Tage nach dem Antrag hatte sie schon die Kleider bestellt, Locations angefragt, die ersten Besichtigungen vereinbart sowie ein Konzept erstellt und Bastelideen gesammelt. Laut Wilco hatte er ihr mit dem Antrag nur endlich den lange erwarteten „Startschuss“ gegeben. 😃

Alexandra kann es auch kaum abwarten, bis ihre Freundinnen heiraten, damit sie auch diese unterstützen kann und spielt auch mit dem Gedanken in diese Richtung selbstständig zu werden. Auch wir können uns die Arbeit als Hochzeitsplanerin mit ihr sehr gut vorstellen.

Ihr fragt euch bestimmt, was es für DIYs auf der Hochzeit von Alexandra und Wilco gegeben hat und wieso es so viele davon gab. Sie erzählt uns: „Das liegt zum einen daran, dass ich sehr konkrete Vorstellungen hatte von dem was ich wollte und dann schlecht delegieren konnte (Kontrollfreak), zum anderen aber, dass es mir unheimlich viel Spaß gemacht hat. Nicht zu verachten ist auch der finanzielle Vorteil den man dadurch hat!“

Wenn man alle DIYs aufzählen müsste, wäre das eine zu lange Liste, aber hier habt ihr einen kleinen Auszug:
– Einladungen (Idee, Design (sie hat die Icons handgezeichnet), Druck auf Stoff),
– Deko und Blumen (Girlanden gebastelt, Gläser gesammelt, Sets geschnitten, Servietten bedruckt, Blumen im Feld gepflückt, Schilder gemalt, Liedtexte, Cake Topper)
– Den Wedding Arch (das DIY Projekt von Wilco),
– Die Hochzeitstorte (da haben sie wohl alle für verrückt erklärt, aber Alex wollte das unbedingt selbst machen, da sie auch gerne backt), die Desserts und Kuchen waren alle durch Freunde, Familie oder sie selbst vorbereitet
– Die Ringe haben sie auch „selbst gemacht“ und zwar bei einem Goldschmied Schmuckgarten
– Außerdem hatten sie auch noch ein paar Hingucker, wie eine Sektbar oder eine alte Schreibmaschine, die die Gäste nutzen konnten, um ihnen aufzuschreiben, was sie einmal zusammen erleben sollen.

Eines ihrer besten Investitionen: Hochzeitsstempel. Das Design hatte Alexandra auch selbst kreiert und man konnte den Stempel einfach überall drauf drucken!😊

„Bei allen DIY war es mir dennoch immer wichtig, dass ich mit wenig Aufwand einen tollen Effekt erziele (daher war ich so ein Fan des Stempels). Ich wäre z.B. nicht bereit gewesen 50 Sets zu nähen, diese aber zu reißen war einfach und hatte einen schönen ausgefransten Look. Außerdem haben wir neben den DIYs auch noch ein paar Aufgaben durch liebe Freunde erledigen lassen. Neben verschiedenen Bastelarbeiten hat mich meine Freundin auf dem E-Piano eingespielt und uns durch die Trauzeremonie geführt, meine Brüder haben Trompete und Horn zu einem Lied gespielt, unsere Sängerin im Standesamt war die Freundin meines Bruders und wir kannten unseren Trauredner. Das hat es alles für uns noch viel persönlicher gemacht.“ sagt uns Alex.

Am Tag der Hochzeit ist dann auch alles nach Plan gelaufen. Es waren nur kleine Details, die eigentlich nur Alex aus dem Konzept gebracht haben.

Auch die Gefühle machten an diesem Tag eine Achterbahnfahrt. Bei der standesamtlichen Trauung waren sie voller Liebe, doch am großen Tag gab es ein unglaubliches Gefühlschaos und Alex war zeitweise überfordert, da sie sich selbst hohe Ansprüche gestellt hatte. Auch die Aufmerksamkeit der Gäste überwältigte die beiden. Man liest oder hört oft, dass man an diesem Tag gar nicht viel mitbekommt, da es so viele Eindrücke sind, die auf einen einprasseln… – und dem kann Alexandra nur zustimmen.  Das Fotoshooting nur zu zweit hat ihnen aber richtig gut getan. Nach dem Essen, als die Party dann anfing, konnten auch die beiden endlich runterfahren und sie hatten wirklich den besten Abend gemeinsam mit den Gästen. „Letztendlich ist die Hochzeit genau so gelaufen, wie wir es uns vorgestellt haben und ich blicke wirklich überwältigt auf diesen Tag zurück.“ erzählen uns Alex und Wilco.

Besonders wichtig war für sie einfach, dass sie eine Hochzeit kreieren, die zu beiden Persönlichkeiten passt und sich die verschiedenen Gruppen der Gäste untereinander mischen. Dafür haben sie sich viele originelle Dinge ausgedacht: „Wir haben ein Kartenspiel mit Aufgaben als Inspiration genommen und uns eigene Aufgaben individuell angepasst auf jeden Gast überlegt. Diese habe ich auf Kärtchen gedruckt und dann unter die Teller gelegt. Am Ende unserer Willkommensrede, sollten alle unter ihren Teller schauen und dann die geheime Aufgabe über den Tag und den Abend verteilt lösen – wir hatten niemandem davon vorher erzählt. Dabei waren auch so Sachen wie einen Satz auf Holländisch bzw. auf Deutsch lernen, vor jedem Essen „ein Prosit“ anstimmen oder eine Party in der Mädelstoilette zu starten. Dazu gab es dann die Einwegkameras, die echt alle voll geknipst wurden. Bei der Trauzeremonie haben wir die Lieder in Deutsch und Holländisch gesungen (die Strophen abwechselnd) und die guten Wünsche (in der Art von Fürbitten) kamen auch von beiden Seiten. Am Abend haben wir neben den normalen Hits auch holländische und deutsche Schlager gespielt – unsere Ansprache haben wir zweisprachig gehalten und mein Vater hat selbst auch ein paar Sätze niederländisch in seine Rede eingebaut. Das war ein wirklich schönes Miteinander.“ erklärte uns Alex.

Tipp von Braut an bride to be

Alexandra hätte ganz viele kleine Tipps an euch, aber der größte und wichtigste Tipp, den wir schon von fast jeder ehemaligen Braut gehört haben und der einfach stimmt: „Entspannt euch! Das ist euer Tag, gestaltet ihn so, wie es für euch passt! Macht euch nicht selbst unnötig Druck. Die Gäste kommen, da sie eure Liebe feiern wollen und euch kennen, so wie ihr seid. Ich habe mir die ganze Zeit Sorgen gemacht, dass die Gäste Langeweile haben…völlig unbegründet wie sich nachher herausstellte.
Außerdem muss man auch nicht alles machen, was einem auf Pinterest, Insta und Co gezeigt wird… manchmal ist weniger mehr und man sollte es überlegt auswählen. Und nehmt euch nach der Hochzeit ein paar Tage Auszeit, ob das nun Flitterwochen sind oder nicht, uns hat es soooo gut getan alle Eindrücke zu verarbeiten – denn das war mit Abstand der überwältigendste Tag in unserem Leben bisher.“

Und nun: Lasst euch von den Fotos von Waldeule inspirieren!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Autorin: Maike Baumgärtner

 

 

%d Bloggern gefällt das: