Auf der Vintage Wedding Messe in München lernten wir Jan von „DER FEINE HERR“ kennen. Wir waren total begeistert, jemanden zu sehen, der sich nur für den Style des Bräutigams einsetzt. Aus diesem Grund freuten wir uns, ihn zu seiner Gründung und den Trends für den Bräutigam interviewen zu dürfen.

Wann kam die die Idee zur Gründung von „DER FEINER HERR“?

Die Idee zu DER FEINE HERR entstand nach meinem Studium in Produktdesign und Prozessentwicklung.

DER FEINE HERR gibt es nun seit 2013. Hast du davor schon mit dem Gedanken gespielt dich in dieser Branche selbstständig zu machen?

Ich habe immer schon in einem kreativen Beruf arbeiten wollen, dabei hatte ich nicht unbedingt eine Präferenz für die Modeindustrie. Wichtig war mir immer etwas zu finden, was mich kreativ fordert, mir Spaß macht und nicht langweilig wird.

 Wir haben gelesen, dass die Idee kam, als du auf der Suche nach einer passenden Krawatte warst. Wie war der Weg von der Suche nach der passenden Krawatte, bis zur tatsächlichen Neugründung?

 Genau, die erste Krawatte habe ich für mich selbst genäht, weil ich die Auswahl in den Läden nicht wirklich schön und spannend fand. Als sie fertig war, habe ich sie stolz eines Abends bei einem Treffen mit Freunden in einer Kneipe getragen. Die fanden die Krawatte echt cool und wollten auch eine. So ist die zweite Krawatte für einen Freund entstanden. Danach ging es eigentlich genau so weiter, Freunde, Bekannte, Bekannte von Bekannten und dann recht bald eine eigene Website plus DaWanda Shop.

 Was stellst du am liebsten her?

 Ich würde sagen eine Krawatte. Die Krawatte erfordert eine Menge Handarbeit und jeder der einzelnen Schritte muss passen. Es ist toll zu sehen, wie aus vielen verschiedenen Teilen nach und nach dieses scheinbar simple Accessoire entsteht. Das schönste ist die Handnaht am Ende, mit über 150 Stichen, die das Ganze dann zusammenhält.

 Woher nimmst du deine Ideen?

 Ich lasse mich viel von dem inspirieren, was ich sehe. Ob das eine Serie ist, Instagram oder der kleine Stoffladen, über den ich im Urlaub stolpere. Die Stoffe, die ich kaufe und verarbeite müssen zunächst erstmal nur eines: Mir gefallen.

 Wie hat sich die Mode für Männer seit 2013 verändert?

 Ich habe das Gefühl, dass die Herren etwas mutiger werden. Viele trauen sich inzwischen auch mal Fliege zu tragen und auch vor floralen Mustern schrecken die meisten nicht mehr so zurück. Vor allem hat sich auch mein Angebot deutlich vergrößert. 2013 hatte ich Schnittmuster für eine Krawatte und eine Fliege. Mittlerweile biete ich vier verschiedene Krawattenbreiten in zwei unterschiedlichen Längen und drei verschiedene Fliegen-Formen an. Zudem mache ich auch noch Einstecktücher und Manschettenknöpfe.

Was lag letztes Jahr im Trend?

 Für die Hochzeiten lag ganz klar die Fliege im Trend. Die Fliege passt super zu solch schönen Veranstaltungen. Sie ist einfach festlich und lässt jeden Bräutigam besonders aussehen.

Mit was können wir in 2018 rechnen?

 Ich bin mir sicher, dass wir weiter mit der Fliege rechnen können.

Was ist das beliebteste Design?

Im Moment stehen florale Fliegen hoch im Kurs, man(n) traut sich mehr.

 Was ist dein persönliches Lieblingsdesign?

 Ich liebe Indigo! Ich bin ein riesen Anhänger von Raw Denim und liebe hochwertige Kleidungsstücke aus Jeans. Daher fangen bei indigofarbenen Stoffen meine Augen sofort an zu leuchten.

Warum greifen immer mehr Männer zur Fliege statt Krawatte?

 Wie schon erwähnt, glaube ich es liegt zum einen daran, dass die Herren sich endlich auch modisch etwas mehr trauen und zum anderen daran, dass eine Fliege sofort festlicher wirkt. Die Fliege ist ja bisher in der Arbeitswelt noch nicht sehr verbreitet.

Sind außer Accessoires noch andere Sachen für Männer geplant?

Ich bin immer auf der Suche nach neuen Ideen und neuen Produkten. Seit letztem Jahr bieten wir zum Beispiel auch farbige Schnürsenkel und Hosenträger passend zu unseren Accessoires an.

 

 

 

 

Autorin: Maike Baumgärtner

%d Bloggern gefällt das: