Das Paar Alex & Bella haben sich in der Hochzeitsbranche mit ihren Dienstleistungen selbstständig gemacht. Bella ist leidenschaftliche Traurednerin und Alex Fotograf. Bella hat einen Flyer vom Dekoverleih von Maike bei einem Floristen entdeckt und direkt eingepackt. Daraufhin hat sie Maike angeschrieben, da sie immer wieder auf der Suche nach neuen Kontakten ist. Wir haben uns im September das erste Mal getroffen und uns auf Anhieb gut verstanden. 😊 Es werden definitiv gemeinsame Projekte folgen! Wir haben die beiden interviewt, um mehr über sie und ihre Arbeit zu erfahren.

Seit wann seid ihr freie Traurednerin und Fotograf?

Bella: Seit 01. März 2019, im Herzen aber schon viel viel länger. 2019 habe ich erst den riesigen Schritt gewagt und mich selbstständig gemacht –und ich bereue es keine Sekunde!

Alex: Offiziell erst seit August 2019.

Wie kam es dazu?

Bella: Tja, eigentlich wollte ich nach dem Abi Standesbeamtin werden und habe deshalb das Studium des gehobenen Verwaltungsdienstes durchgezogen. Danach konnte ich mir diesen Traum auch erfüllen, aber irgendwann kam dann die berufliche Veränderung und der Weggang vom Standesamt. Während ich nicht unglücklich bei meiner neuen Arbeit war, hat mir trotzdem etwas gefehlt…

Den Anstoß freie Traurednerin mit allem Drum und Dran zu werden, gab mir dann ein Kollege, der frei heiraten wollte. Da habe ich natürlich gleich „Hier“ geschrien und die Idee hat sich über das Jahr 2018 hinweg gefestigt, bis ich mich dann im Dezember 2018 für den Kurs von Trautante Friederike im März 2019 eingeschrieben habe. Daraufhin wurde es offiziell.  Meinen Kollegen habe ich übrigens diesen September verheiraten dürfen!

Alex: Angefangen hat alles mit den üblichen Fotos im Urlaub (und immer umfangreiches und teurer werdendes Equipment). Irgendwann hat es mir einfach nicht mehr gereicht nur Urlaubsfotos zu machen und ich habe mir sowohl Theorie als auch die Praxis der Fotografie und Videografie angeeignet. Zuerst kamen Hochzeiten von Freunden und spätestens als Bella mich zu ihren Trauungen mitgenommen hat, wusste ich, dass wir zusammen eine super Kombination als Hochzeitsdienstleister sein können.

Wie seid ihr auf den Namen gekommen?

Bella: Ganz ehrlich? Durch Zufall! Ich bin der Meinung, der Name für dein Unternehmen muss dir in der ersten Millisekunde schon perfekt vorkommen. Deshalb haben wir auch ein dreiviertel Jahr lang überlegt. Natürlich zuerst einmal nur für die freien Trauungen.

Und dann habe ich mich mit einer Freundin auf WhatsApp unterhalten und sie meinte, ich solle mich doch Mrs Wedding nehmen, weil ich ja auch schon verheiratet bin. Aber weil das „Ja“ das wichtigste Wort an einem Hochzeitstag ist, ist mir Mrs Yes eingefallen. Dass sich das dann auch super für eine Kooperation mit Alex eignen würde, war nicht beabsichtigt – aber einfach toll!

Was macht ihr beruflich?

Bella: Ich arbeite in der öffentlichen Verwaltung für das Land Baden-Württemberg und natürlich als freie Traurednerin.

Alex: Hauptberuflich arbeite ich in einem pharmazeutischen Dienstleistungslabor in Karlsruhe und bin nebenberuflich Mr Yes und Dozent an der Volkshochschule.

Was liebt ihr an Hochzeiten?

Bella: Einfach alles eigentlich. Die Magie des Augenblicks, die Liebe in den Augen des Brautpaares und die Freude in den Gesichtern der Liebsten. Eine Hochzeit ist ein wunderschönes und zauberhaftes Ereignis, und ich darf Teil davon sein! Und sogar noch einen wichtigen Part übernehmen! Wie cool ist das denn?!

Alex: Es gibt keine Möglichkeit, die Emotionen, die man bei einer Hochzeit empfindet, zu spielen –sie sind einfach echt. Diese Momente für die Ewigkeit bewahren zu können und zu dürfen, ist für mich das schönste an diesem Beruf.

Auf wie vielen Hochzeiten seid ihr schon gewesen?

Bella: Da ich erst März 2019 richtig angefangen habe, dachte ich, dass ich erst 2020 so richtig loslegen kann. Und dann kamen doch noch Anfragen für dieses Jahr und letztendlich durfte ich schon 2019 insgesamt 6 Trauungen zaubern. Ich bin unglaublich dankbar für die Erfahrung und das Vertrauen, das meine Brautpaare in mich gesetzt haben! So ganz meine ersten Trauungen waren das aber natürlich auch nicht –als Standesbeamtin habe ich schon 25 Brautpaare verheiratet…

Alex: Da ich Bella auch zu ihren Trauungen begleitet habe und auch bei Freunden fotografiert habe, komme ich im Jahr 2019 auf insgesamt 8 Hochzeiten. Für 2020 möchte ich das natürlich noch toppen und mich vor allem auf Videoreportagen spezialisieren.

Habt ihr eine Horrorvorstellung, was bei einer Hochzeit passieren könnte?

Bella: Bei einer Hochzeit kann so einiges schief gehen – was aber überhaupt nicht schlimm ist, dann hat man hinterher wenigstens etwas zu erzählen. Die Hauptsache ist, dass man improvisieren kann…Aber nervös bin ich schon und überprüfe ungefähr tausendmal, ob ich meine Traurede und alle Utensilien dabei habe.

Alex: Ich glaube jeder Fotograf oder Videograf hat Angst um sein Equipment und die Fotos oder Videos – dass die Kamera ins Wasser fällt oder die Speicherkarte kaputt geht. Denn ich will meinen Brautpaaren die besonderen Momente, die ich eingefangen habe, liefern.

Welchen Paaren würdest du eine freie Trauung empfehlen?

Bella: Jedes Paar, das seine Liebe auf die etwas andere Art mit seinen Liebsten feiern möchte und das nicht nur vor dem Standesbeamten, sondern an einem besonderen Ort, der einfach überall sein kann!

Was ist an einer freien Trauung besser?

Bella: Ich würde nicht unbedingt sagen, dass eine freie Trauung besser ist als andere Heiratsmöglichkeiten. Jedes Paar soll so heiraten, wie es möchte. Deswegen ist es gut, so, dass es so viele Möglichkeiten gibt (Kirche, Standesamt, frei, schamanisch, eine Kombi daraus…). Eine freie Trauung ist einfach super individuell und manchmal auch verrückt. Sie sprengt den Rahmen jeglicher Konventionen und ist einfach so, wie das Brautpaar ist – unverfälscht und echt!

Wie gehst du vor, wenn du für eine freie Trauung engagiert wirst?

Bella: Viele Menschen sind sich nicht bewusst, was eine freie Traurednerin alles macht, bevor sie die Traurede hält. Ich lerne meine Brautpaare natürlich erst einmal kennen, bevor ich engagiert werde. Sie müssen sich in einem persönlichen Gespräch davon überzeugen, ob ich wirklich die Richtige für sie bin. Für jedes Brautpaar gibt es den perfekten Redner bzw. die perfekte Rednerin und jeder hat natürlich seinen eigenen Stil für die Trauung.

Erst im Anschluss an das Kennenlerngespräch, wenn sie sich für mich entschieden haben, bin ich engagiert!

Und dann geht es vier Monate vor der Trauung los mit der Informationssammlung! Meine Brautpaare dürfen einen Fragebogen mit Liebesfragen schriftlich ausfüllen – natürlich getrennt voneinander. Dann gibt es das persönliche Traugespräch mit mir, dass bisweilen schon mal 4 Stunden dauern kann, in dem ich ihnen Löcher in den Bauch frage und alle Eventualitäten abkläre. Daraufhin frage ich auch noch ihre Liebsten ganz schön viele Fragen, denn ich finde, dass die Sicht der Liebsten eine ganz besondere ist im Gegensatz dazu, wie ich die beiden kennenlerne.

Am Ende all dieser Informationssammlungen überlegen wir uns einen roten Faden, ein Thema, anhand dessen ich alle Bausteine der Trauung vorbereite. Ich koordiniere auch im Vorfeld alle Beteiligten –sei es Fotograf, Videograf, Location oder auch die Liebsten, die einen Part in der Trauung haben. Mein Brautpaar muss sich in puncto freie Trauung um nichts kümmern.

Dann wird endlich geheiratet! Und 35 bis 45 Arbeitsstunden, je nach Besonderheit der Location und Zeremonie, sind vorüber.

Alex, was für einen Fotostil hast du?

Alex: Um ehrlich zu sein, kann ich das nicht genau definieren. Ich liebe Schwarz-Weiß-Fotografie und sehr kontrastreiche Bilder, aber alles in allem ist es für mich wichtiger, die Emotionen einzufangen, als einen bestimmen Bildstil zu „erzwingen“. Wie schon gesagt, sind mir gerade diese echten Emotionen am wichtigsten und die kommen am besten in Momentaufnahmen und nicht in gestellten Bildern zur Geltung.

Auch bei meinen Videos ist mir diese Arbeitsweise sehr wichtig. Ein stimmiges Hochzeitsvideo zu filmen, halte ich für die große Kunst dieses Gewerbes. Während ein Foto nur eine Momentaufnahme ist, können selbst in einem drei-sekündigen Video tausende Emotionen eingefangen werden. Mein Ziel ist es deshalb, meine Fähigkeiten noch weiter auszubauen, um hier einen eigenen Videostil zu entwickeln.

Wann ist es für dich das perfekte Bild/Video?

Alex: Ich bin mir nicht sicher, ob es das perfekte Video gibt. Aber, dass es ein perfektes Bild gibt, davon bin ich überzeugt! Das perfekte Bild fängt nicht nur den abgebildeten Moment, sondern auch den Hochzeitstag und die komplette Liebesgeschichte in einem Schnappschuss ein. Es soll dem Brautpaar auch noch an ihrer Goldenen Hochzeit den Tag und alle ihre wichtigsten Erinnerungen und Momente ins Gedächtnis rufen –selbst, wenn diese nicht abgebildet sind. Es zaubert meiner Meinung nach immer ein Lächeln ins Gesicht.

Welches war das verrückteste Paar, das ihr bis jetzt kennengelernt habt?

Bella: Verrückt ist einfach toll –wir beide sind auf unsere Art und Weise auch verrückt, deshalb lieben wir es, anderen besonderen Menschen zu begegnen! Ich glaube, am verrücktesten war das Brautpaar, das auf seinem eigenen Hof inmitten von Oldtimern und Militärtrucks geheiratet hat. Dort haben wir die Eheringe mit fernsteuerbaren Panzern nach vorne fahren lassen und ein Wettrennen mit Spielzeugautos gefahren. Auch wenn sich das jetzt durchgeknallt und speziell anhört, in diesem Moment war es einfach perfekt – perfekt für mich, für die Liebsten und vor allem für das Brautpaar!

Was war die schönste Hochzeit auf der ihr bis jetzt gewesen seid?

Bella: Natürlich unsere eigene! Brautpaar zu sein ist ein wunderbarer und magischer (und vor allem nervenaufreibender) Moment. Auch wenn wir im Nachhinein vielleicht ein paar Dinge anders gemacht hätten, ist unser Hochzeitstag immer noch der zauberhafteste, den ich miterleben durfte! Denn ich durfte meinen Seelenverwandten heiraten, die Liebe meines Lebens –und das kann keine freie Trauung toppen…

Unabhängig davon ist mir jedes Brautpaar, ob schon verheiratet oder in der Zukunft, ans Herz gewachsen und ein Teil von mir geworden. Bei jeder Trauung bringe ich meine Liebe zu Hochzeiten und meine Liebe zu Geschichten mit ein, sodass sie für mich alle eine wunderschöne Erinnerung sind!

Alex: Ich kann an dieser Stelle nichts mehr hinzufügen…

 

 

 

 

 

 

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