Durch Christine von der Location Jäck sind wir auf Nicole von Ja zu Dir – Die freie Traurednerin aufmerksam geworden und haben sie zu ihrem Beruf interviewt.

1.Seit wann bist du freie Traurednerin?

Ein Weg entsteht, in dem man ihn geht… und manchmal geht man ihn im Eilschritt, weil sich alles gerade in diesem Moment richtig anfühlt. Ich startete Ende 2014 – zwischen dem Entschluss, Traurednerin zu werden und dem Onlinestellen meiner Webseite lagen gerade mal zwei Monate!

2. Wie kam es dazu?

Nach dem Ende meiner Elternzeit bin ich in meinen alten Job als Etat-Direktorin in eine Agentur für Kommunikation und Marketing zurückgekehrt und fühlte mich dort schlichtweg unterfordert und irgendwie auch nicht mehr gewollt. Die typische Situation – Teilzeit-Mama mit zwei Kindern… Da war ganz schnell klar: Ich muss etwas Neues machen und so habe ich parallel zu meinem alten Beruf meine neue Berufung aufgebaut – „Ja zu Dir“. Es war eine spannende Zeit, in der ich für mich herausfinden wollte: Kann ich all dieses Wissen und die Agenturerfahrung, die ich in 20 Jahren gesammelt habe, in einen erfolgreichen Neustart verwandeln? Ich konnte!

3. Wie bist du auf den Namen gekommen?

„Ja zu Dir“ war textlicher und visueller Bestandteil meiner eigenen Hochzeit vor fünf Jahren und so habe ich diesem großartigen Gefühl von damals ein Stückchen „für immer“ geschenkt. 😊

4. Was hast du davor gemacht?

Ich war, wie schon erwähnt, Etat-Direktorin bzw. viele Jahre auch Unit-Direktorin in einer der führenden Agenturen für Kommunikation und Marketing in der Metropolregion Rhein-Neckar. Zuvor studierte ich u.a. Germanistik und Kommunikationswissenschaften (M.A.) an der Universität Mannheim. Das Texten, Präsentieren und Vermarkten habe ich danach in einem Volontariat noch „richtig gelernt“. Das ist sicher auch einer der Hauptgründe, warum ich überhaupt so viele Zeremonien im Jahr mit hoher Qualität durchführen kann. Kreative Ideen und Texte sind in einer Marketingagentur einfach Alltag.

5. Was liebst du an Hochzeiten?

Ich liebe vor allem die großen Gefühle und diese kleinen Glücksmomente dazwischen. Ich liebe die Magie, die in der Luft liegt, die zerknüllten Freudentränentaschentücher nach der Zeremonie, das dankbare Händedrücken der Oma und die spontanen Umarmungen des begeisterten Brautvaters, das leise Dankesgeflüster und der laute Freudenjubel. Ich liebe großartige Locations, liebevolle Deko und wunderschöne Kleider. Das „uffschärrä“, wie wir hier in der Kurpfalz sagen. Es sind diese Momente mit höchster Suchtgefahr und ich bin ihnen so herrlich schön verfallen. Ja, ich bin bekennender Hochzeitsjunkie und die Liebe ist meine Lieblingskomplizin dabei!

6. Hast du eine Horrorvorstellung, was bei einer Trauung passieren könnte?

Die habe ich leider schon erleben müssen! Und zwar als mich das Navi mitten in den Wald führte und ich nicht mehr herausfand, dabei sollte ich währenddessen schon längst eine Zeremonie leiten! Dank meiner kleinen Assistentin und ganz viel Glück habe ich doch noch den Weg gefunden und am Ende hat sich das Brautpaar sogar mit einer Fünfsterne-Bewertung bedankt. Das war aber bisher das einzige Horrorerlebnis bei über 200 Zeremonien und dabei soll es auch bleiben!

7. Welchen Paaren würdest du eine freie Trauung empfehlen?

Jedem, der einzigartig, besonders und unverwechselbar heiraten will und jedem, der an seinem schönsten Tag, einen Fingerabdruck in den Herzen hinterlassen will. Eine freie Trauung ist einfach die schönste Art, um zum Jasager zu werden.

8. Was ist an einer freien Trauung „besser“?

Das kann man ganz einfach mit einem Wort beschreiben: Alles. Weil das Brautpaar in der Gestaltung absolut frei ist. Es bestimmt den Ort und den Ablauf oder kreiert mit mir das Trauritual (und ja, es gibt so viel mehr als die klassische Traukerze oder das bereits ziemlich abgeliebte Sandritual). Es sucht die Musik aus und kann Gäste miteinbeziehen. Das Ringkind entpuppt sich als Ringhund? Gerne! Denn nur die freie Trauung folgt dem Motto: „Alles kann, nichts muss.“ Keine andere Zeremonie ist individueller, persönlicher und kreativer!

9. Wie gehst du vor, wenn du für eine freie Trauung engagiert wirst?

Zunächst lade ich das Brautpaar in meine kleine lila Hochzeitsstube ein, damit wir uns sozusagen beschnuppern können. Hier starte ich das aufregende „Hochzeits-Kopfkino“ und führe das Brautpaar in Gedanken das erste Mal durch seine eigene Zeremonie. Das sind aufregende Momente, denn endlich füllt sich dieser oft noch „leere Zeremoniegedanke“ mit aufregenden Bildern und funkelnder Purpurmagie, er wird plötzlich spürbar und vor allem: Er fühlt sich großartig an! Und so sagen viele schon direkt nach unserem Kennenlernen „Ja zu Dir“. Danach beginnt sie: Die kribbelverwöhnte Vorfreude-Zeit. Erst mit meinem verglückenden Vorfreudepaket und dann mit unserem „Traulausch“, in dem ich herzige Löcher in die Gefühle meiner Paare frage, mit einer anschließend speziell von mir erdachten Moodword-Hausaufgaben und einer intensiven Begleitung. Und dann läuft er auch schon, der Countdown zum großen Glücks-Ja…

10. Hast du Tipps für Paare, die gerade am Planen ihrer Hochzeit sind?

Sich genau zu überlegen, was einem bei der Hochzeit wichtig ist und sich von nichts und niemandem reinreden zu lassen! Sie soll schließlich zu dem schönsten Tag im Leben werden und das geht nur, wenn man sie so feiert, wie man es selbst auch wirklich will! Wenn einem Paar die Trauzeremonie besonders am Herzen liegt, dann sollte man sich lieber früher als später auf die Suche nach dem passenden Redner machen.

Fotos: Lukas Fletcher

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Autorin: Maike Baumgärtner

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