Was ist der Sinn hinter einem Polterabend? Wen lädt man am besten ein? Und was muss man sonst noch alles beachten? Diese Fragen klären wir im Folgenden Artikel.

Herkunft

Der Polterabend ist einer der ältesten Hochzeitsbräuche. Schon seit dem späten Mittelalter existieren schriftliche Belege. Ursprünglich wurde er einen Tag vor der Hochzeit bis Mitternacht gefeiert, doch mittlerweile findet der Polterabend einige Tage oder auch Wochen vor der Trauung statt. Nach altem Brauch wird er als Start in das gemeinsame Eheleben gesehen.

Sinn

Das laute poltern am Polterabend soll böse Geister vertreiben und Scherben bringen bekanntermaßen Glück. Das Wort Polterabend ist vermutlich auch aus der Bezeichnung Poltergeist entstanden. Aber Vorsicht: Nicht alle Scherben versprechen ein glückliches Leben. Gläser symbolisieren zwar Glück, dürfen aber nicht zerbrochen werden. Und wer einen Spiegel fallen lässt, den verfolgen sieben Jahre Pech. Deswegen greifen die Gäste auf Porzellan zurück. Wichtig ist, dass das Paar die Scherben gemeinsam auffegt. Nur so werden sie in Zukunft alle Probleme gemeinsam lösen.

Bräuche am Polterabend

Wie oben schon erwähnt, werden Porzellan- oder Keramikgefäße auf den Boden geworfen, damit dem Brautpaar Glück in der Ehe widerfährt.

Ein weiterer Brauch ist, das Verbrennen der Hose des Bräutigams. Das Verbrennen symbolisiert das Ende der Junggesellenzeit. Die Asche der Hose wird mit einer Flasche Schnaps vergraben und nach einem Jahr zusammen mit Freunden wieder ausgegraben, um sich an den Polterabend zu erinnern. Es ist anzuraten, für den Fall der Fälle eine Ersatzhose bereit zu halten, damit der Bräutigam den Rest des Abends nicht hosenlos begehen muss.

Doch auch für die Braut gibt es einen Brauch. Ihre Schuhe werden an ein Holzbrett genagelt, an das sie nicht herankommt. So kann sie nicht vor der bevorstehenden Hochzeit davonrennen.

Der letzte Brauch am Polterabend ist das servieren der Hühnersuppe. Dieses traditionelle Gericht steht für Fruchtbarkeit. Früher hat das Paar sogar zwei Hühner geschenkt bekommen, heute reicht es, wenn man die Suppe als Vorspeise serviert.

Gäste

Der Polterabend ist eine ideale Lösung, um mit all den Liebsten den Beginn des Ehelebens zu feiern. Denn wer einen großen Bekanntenkreis hat kennt das Problem: Nicht jeder kann zur Hochzeit eingeladen werden, weil zum einen das Budget und zum anderen auch der Platz in der erwählten Location begrenzt ist.  Grundsätzlich wird auf eine förmliche Einladung verzichtet. Ort und Zeit werden bekannt gegeben und die Nachricht des bevorstehenden Polterabends wird sich in Windeseile verbreiten.

Location

Früher wurden die bösen Geister vor dem Elternhaus der Braut vertrieben. Zu dieser Zeit ging eine Hochzeit noch mit dem Auszug der Tochter einher. Da die Tochter heutzutage jedoch schon vor der Hochzeit auszieht, ist dieser Brauch nicht mehr üblich. Meistens wird eine extra Location gemietet. Achtet jedoch darauf, dass die Location in einer Gegend liegt, in der das laute Poltern niemanden stört.

Tipps für Gäste

In der Regel gibt es am Polterabend keine Geschenke. Das Brautpaar freut sich aber bestimmt über einen Beitrag zum Buffet.

Autorin: Maike Baumgärtner

%d Bloggern gefällt das: